Nach Brunn hat es ihn bereits 1975 „verschlagen“. In den Neunzigern war Herr Radschiner Gemeinderat.
Im Jahr 2001 hat ihn der damalige Kulturreferent Dr. E. Schmutz gemeinsam mit Dr. Manfred Car für die Arbeit im Gemeindearchiv gewinnen können. Diese Tätigkeit übt er noch heute aus. Neben seinen Interessen für Literatur und Musik reicht der Bogen bis hin zur Bildenden Kunst, aber auch zum Pressewesen und zu den Eisenbahnen – den Großen wie den Kleinen…
Fleißig ist Herr Radschiner auch in vielen Vereinen, neben dem Musischen Kreis und dem Verein Brunner Heimathaus ist er im Brunner Umweltschutzverein aktiv.
Aus dem geführten Gespräch habe ich überhaupt den Eindruck gewonnen, daß das Wort „Aktiv“ einen sehr hohen Stellenwert für Guido Radschiner hat, ist er es doch gewesen, der die Heimathauszeitung vor 7 Jahren neu gestaltet hat.
Besonders stolz ist er jedoch auf eine ganz andere „Sache“: 1994 war es der spätere Archivar, der von den Plänen der ÖBB gehört hat, den Bahnhof abreißen zu lassen. Radschiner hat (Originalzitat) „Alarm geschlagen“, hat einige tausend Schilling aus seiner Privatkasse (!) für ein Gutachten gezahlt, um damit der Gemeinde die Möglichkeit zu geben, als erste Gemeinde Österreichs einen eigenen Bahnhof zu erwerben. Dieser steht heute noch, wurde vor einigen Jahren „restauriert“ und beherbergt ein beliebtes Lokal bzw. Schulungsräume.
Die Überreichung der „Goldenen Kelle 2006“ im September 2007 an die Gemeinde Brunn ist demnach solide auf starkes privates Engagement aufgebaut! Eine Aktion mit Vorbildwirkung.
Aus der Tätigkeit als Archivar ist die mittlerweile 7. Ausgabe der Brunner Geschichte und Brunner Geschichten, die am 28.11.2007 öffentlich vorgestellt wurde, hervorgegangen.
„Aufgabe des Archivars ist es unter Anderem, Wertvolles, Bedeutsames und Historisches eines Ortes zu sammeln und zu dokumentieren, egal ob Schriften, Informationen oder die Geschichte eines Menschen. Weiters sind es die Anfragen an das Archiv die es zu beantworten gilt – egal ob von Museen, ob von Firmen oder von interessierten Menschen“ war die, in wenige Worte gefasste, Antwort auf die Frage nach den Aufgaben eines Archivars.
Die Arbeiten in einem Archiv sind Vergangenheitsbewältigung. Wie sieht da der Blick in die Zukunft aus? „Die Räumlichkeiten des Archivs sind recht knapp bemessen“ Als Wunsch für die nähere Zukunft hat uns Guido Radschiner die Schaffung eines neuen Archivs gemeinsam mit einem Gemeindemuseum in Zentrumsnähe genannt, wobei diesem Wunsch auch noch die zeitliche Komponente genannt wurde „schön wär`s in ein bis zwei Jahren“
Das neu gestaltete Ortszentrum wird leider so bald nicht fertig sein.
Wir danken für das sehr offene und interessante Gespräch und wünschen Guido Radschiner noch viel Energie, Beharrlichkeit und Spaß bei seinen Aktivitäten!
Das Gespräch führte GR Thomas Bucek
